…über Müdigkeit und Lücken im Hirn…

Es ist der Dienstag nach Pfingsten. Ich bin unausgeschlafen, das Milchmädchen bekommt die letzten vier fehlenden Zähne, die Nächte säuft sie durch. Ich sitze so ab 10.00 Uhr ein bisschen in Trance im Co-Working-Space im Krämerloft. Hinter mir liegt bereits ein Termin in der Staatskanzlei. Der Tag startete irgendwann gegen 5.30 Uhr. Plötzlich fällt mir auf, dass ich am Wochenende eine Tagung vergessen habe. Ich hatte noch überlegt, denn mir war, als wäre da noch ein Termin am Samstag. Ok – ich schreibe den OrganisatorInnen, dass ich den Termin vergessen habe, an der Weiterbildung nehme ich dann in der nächsten Runde weiter Teil. Ein ähnliches Erlebnis hatte ich vor zwei Wochen schon mal, da habe ich eine Geburtstagsfeier eines Bekannten vergessen. Nun ja – halb so wild dachte ich vor zwei Wochen noch. Weiterlesen

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Kindertag 2017 – so „feiern“ wir

Vor ein paar Wochen fiel mir auf: ‚Mensch Birgit, es ist ja bald wieder Kindertag‘! Hier im Osten der Republik ist das, seit ich denken kann, ja wirklich ein Fest für Kinder. Ich erinnere mich, dass wir selbst als Kinder bunte Stäbe mit Kreppband und Luftballons gebastelt haben. Damit sind wir durch das Wohngebiet gelaufen zusammen mit den Krippen- oder Kindergartenkindern und es gab immer ein Fest in der KiTa. Es war in meiner Kindheit ein besonderer Tag. Und ich glaube, bis vor ein paar Jahren hat meine Mutter mir eine Kleinigkeit zum Kindertag geschenkt – also bis weit in die Zwanziger hinein. Zugegeben ich habe auch darauf bestanden – denn Kind bleibt man ja immer 😉

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26. April 2002 – das Knallen, dass bis heute nach hallt

Vor 15 Jahren an diesem Tag war ich in der Schule in Jena. Es war ein normaler Tag für mich. Am 27. April war dann alles anders. Am 26. April 2002 fand in Erfurt am Gutenberggymnasium ein Amoklauf statt. Weltweit wurde von jetzt auf gleich über Erfurt berichtet. Keiner hatte mit so einer Tat gerechnet. Schon gar nicht in Erfurt. Es dauerte eine Weile bis die Tat klar wurde, bis klar wurde, was da gerade passiert. Im Radio war davon zu hören, und in den Nachrichten konnte man es dann sehen, alle Sender hatten Sondersendungen. Warum ich heute darüber schreibe? Der Amoklauf betrifft meine Familie bis heute. Mein Mann gehörte zu jenen Schülern am Gutenberg, die gesund raus gekommen sind. Es hätte auch anders ausgehen können. An diesem Tag durfte er eher aus der Klasse gehen als sonst. Also gingen sie. Dass im Schulgebäude mehrfach ein lautes Knallen zu hören war hat sie zunächst nicht irritiert – es waren Bauarbeiten im Gebäude, da kann schon mal was knallen. Was aber für das Knallen verantwortlich war, das ging ihm nur langsam beim Gang durch das Gebäude auf. Dann war da nur noch ein Ziel: Raus aus der Schule! Weg vom Gebäude! Schnell! Die Erinnerungen sind verschwommen. Das menschliche Gehirn hat wohl seine Gründe dafür. Wenige eindringliche Details bleiben – anderes ist weg.

Wir haben viel über den Tag gesprochen in den letzten 12 Jahren, in denen wir uns kennen. Und bis heute hätte der Amoklauf auch unsere Geschichte ganz anders beeinflussen können. Es hätte sie schlicht nicht geben können. Die Lehrerin, die meinen Mann eher gehen lies, wurde tot gefunden. Ein paar Minuten eher, ein paar Minuten oder Sekunden später, das hätte gereicht, dass es heute keine Familie mit zwei gesunden Kindern geben würde. Jedenfalls nicht hier und nicht mit diesen Kindern, die wir über alles lieben! Wir wollen ihnen vorleben, dass kein privater Mensch Waffen braucht. Wir haben unsere Gründe dafür. Wir wollen nicht, dass unsere Kinder „Schießen“ spielen. Wir haben unsere Gründe dafür. Wir wissen, was passiert, wenn der Falsche auf Unschuldige schießt. Wir wissen, was das für Familien, Freunde, Angehörige, Umfeld und den weiteren Lebensweg bedeuten kann. Wir sind nicht jeden Tag gelähmt deswegen. Und an vielen Tagen denkt mein Mann auch nicht an diesen Tag. Aber es gibt Tage, da denken wir eben doch daran. Nicht unbedingt Jahrestage. Vor allem an den Tagen, wenn woanders ein ähnlicher Vorfall ist. Wenn Menschen auf unschuldige Menschen schießen und in ihrer Wut und Verzweiflung anderen Menschen das Leben nehmen und zu Mördern, zu Tätern werden. Das passierte in den letzten Jahren doch öfter, und so denken wir wohl doch öfter als wir denken, an diesen Tag.

Was hat sich eigentlich geändert, in all den Jahren, die seit dem Amoklauf in Erfurt vergangen sind? Ich war am vergangenen Wochenende zu einem Workshop in einer Schule in Bayern gebucht. Das Thema war online Hass, und wie man damit umgehen kann. Ich war genervt, weil ich für die Räume einen Schlüssel brauchte um rein zu kommen. Wie unpraktisch dachte ich. Eine Klinke hätte es doch auch getan und nicht der Knauf. Naja und dann meldet mein Hirn: Amok-Prävention. Klar. In vielen Schulen ist das mittlerweile ein Standard – und ganz klar eine Folge. Es gibt Codewörter für die Lehrer- und Schülerschaft über die Sprechanlagen per Mikrofon. Es gibt jetzt auch Evakuierungspläne und Konzepte, für einen solchen Fall der Fälle. In Amerika wird selbst mit Vorschulkindern geübt, dass sie im Fall der Fälle leise auf Toiletten klettern, sich verstecken und auf Hilfe warten sollen – damit ein potentieller Täter sie nicht entdeckt und erschießt. WELT berichtete 2016 darüber, als eine Mutter entsetzt das Bild ihrer kleinen Tochter, auf der Klobrille Still-Stehen übend, postete. Es ist krank, dass ein Land seine Kinder das Still-Stehen auf Klobrillen üben lässt, anstatt den Zugang zu Waffen zu beschränken.

Man hat nach allen Amokläufen hier in Deutschland dieses Szenario auf dem Schirm, also dass es passieren kann. Aber hat man an der Ursache etwas bearbeitet? Noch immer fehlen in den Schulen adäquate Anzahlen von SchulsozialarbeiterInnen. Mobbing wird eher verschwiegen als thematisiert. Verspottungen sind Alltag. An der Schule, an der ich war, las ich auf einem Zettel, eine Bitte an Gott, die von einem Kind der sechsten Klassen geschrieben wurde – für mich ein Wunsch, der Bände spricht, auch wenn ich nicht zu viel hineininterpretieren will. Er ist aber ein schönes Symbol – auch wenn ich selbst nicht an Gott glaube.

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Durch die neuen Medien, Messengerdienste und soziale Netzwerke, wird Spott auf Einzelne viel weiter transportiert. Menschen, mit geringer Resilienz (also psychischer Widerstandskraft), können so zu Tätern werden. Das spricht potentielle Täter nicht von ihrer Schuld frei. Es gibt nur viele Faktoren, die einen Täter erst zum Täter machen. Fehlende soziale Absicherungsnetzwerke  oder versagende Sozialprognosen, ein krisenbehaftetes (familiales) Umfeld, selbst erlebte on- und offline Gewalt durch andere – um nur einige zu nennen. Während dieser Blog-Post bereits fertig zur Veröffentlichung ist, heißt es einen Tag vor der Jährung des Erfurter-Amoklaufs in der Thüringer Allgemeinen Zeitung, dass Cybermobbing an nahezu allen Erfurter Schulen ein Thema ist. Die Kreiselternvertretung warnt eindringlich vor den Folgen, des online und offline Spotts. Der Mitteldeutsche Rundfunk berichtet einen Tag vor der Jährung über eine viel zu geringe Anzahl an Schulpsychologen. In Sachsen kommt auf 15.630 SchülerInnen ein Psychologe. Direkt nach dem Amoklauf hatte der damalige Bundesinnenminister Schily einen Psychologogen für jede Schule gefordert.

Das Hauptproblem: Das deutsche Waffengesetz! Ich kann bis heute nicht verstehen, dass irgendein Privatschütze seine Waffe daheim aufbewahren darf. Wozu? Die Gefahr, dass seine Kinder, Angehörigen oder er selbst diese missbraucht, um andere Unschuldige zu töten, wiegt für mich einfach viel zu hoch! Kein Mensch braucht eine Waffe daheim – so meine Haltung aus den genannten Erfahrungen.

Kürzlich sollte eine Glocke gegossen werden für das Gutenberggymnasium, zum Gedenken an die Ermordeten und zur Mahnung der Tat. Der Guss missglückte im ersten Versuch. Die Inschrift soll lauten: „Der 26. April 2002 war ein schwarzer Tag.“. Besonders gewählt finde ich den Schriftzug nicht. Er reiht sich für mich ein, in eine Zahl von Abhandlungen und Werken über diesen Tag, die auch bei uns im Bücherregal stehen. Merheitlich nur angelesen.20170424_102323_resized

Der Tag war zunächst ein Tag. Gestartet ist er für die meisten Menschen normal, er endete für 16 Menschen des Gutenberggymnasiums mit dem Tod und noch mehr Menschen standen nach ihm unter Schock. Direkt Betroffene, wie auch emotional Betroffene. Für einige ging das Leben unberührt weiter, für andere völlig verändert und wieder andere hatten kein Leben mehr. Das ihrer Angehörigen ist bis heute von der Entscheidung eines Einzelnen nachhaltig beeinflusst. Enkel haben keine Oma oder keinen Opa. Großeltern haben keine Kinder und dadurch keine Enkel. Da wurde viel Leid an einem Tag für viele Menschen erzeugt. Direkt Betroffene und Traumatisierte haben andere Lebensläufe, als sie es ohne diese Tat gehabt hätten. Manche leiden noch heute darunter, andere konnten, trotz der Dinge die sie gesehen oder erlebt haben, relativ schnell ‚normal‘ weiter leben. Auch hier ist die individuelle Resilienz nur ein Stichwort. Ich denke viele der direkt Betroffenen werden sich heute erinnern.

Ich, als indirekt Betroffene, erinnere mich an viele Gespräche und die Schweigeminuten für die Toten in der Schule. Ich erinnere mich daran, wie wir im Bio-Unterricht saßen, und von Informationen der Lehrerschaft abhängig waren und der Tageszeitungen, um irgendwie eine Haltung zu diesem Vorfall zu finden. Heute hätten wir die Informationen viel schneller. Vielleicht würden wir aber auch schneller wieder zum Alltag übergehen, weil es eben nichts Außergewöhnliches mehr ist. Ich weiß, wie betroffen die LehrerInnen allesamt waren und wie entsetzt, das „sowas hier bei uns passieren konnte“. Was mich bis heute traurig macht: Wir werden das nicht verhindern können. Wir haben immer noch Waffengesetze, die Privatpersonen Waffen daheim ermöglichen. Als ich am Wochenende durch Bayern fuhr kam im Radio die Meldung, dass der kleine Waffenschein unter anderem in Bayern eine enorme Nachfrage erfährt: Die Anträge auf Anmeldung sind um fast 600 Prozent gestiegen. Die Zahl der Toten auch – 41 allein im Freistaat Bayern in 2016, mehr als die Summe der Toten aus den beiden Vorjahren zusammen.(Siehe BR online) Der kleine Waffenschein berechtigt zum Führen von ‚Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen‘. Personen mit diesem Waffenschein dürfen diese Waffen immer und überall bei sich tragen, der bloße Besitz ist nicht meldepflichtig. Es dürften also weitaus mehr Waffen dieser Art im Umlauf sein in Privathaushalten, kommentiert der Radiosprecher. Eine Statistik gibt es nicht. „Der kleine Waffenschein wurde 2002 nach mehreren Amokläufen in deutschen Schulen eingeführt. Da aber keine Registrierung und Rückverfolgbarkeit dieser Waffen laut Gesetz vorgesehen ist, wurde der Verkauf an potentielle Straftäter durch das Gesetz nicht eingeschränkt.“ (BR Nachrichten auf: http://www.br.de/nachrichten/kleiner-waffenschein-anzahl-anstieg-100.html )

UND GENAU DAS IST MEIN / UNSER PROBLEM!

Aber: Es gibt auch Momente, da freue ich mich, dass alle Taten dazu beigetragen haben, dass die Menschen wachsamer werden. Letzens verhinderte ein 15-Jähriger Schlimmeres, als er nach einem online Chat einen potentiellen Täter der Polizei meldete, auf der Grundlage seines Chat-Protokolls konnten Waffen und ein bereits entworfener Abschiedsbrief sichergestellt werden. (Näheres hier) Viel Leid wurde erspart.

Es sind diese Meldungen, die mich auf weitere couragierte Menschen hoffen lassen. Und ich hoffe immer noch, dass die Gesetzeslage noch mehr verschärft wird, und der „Sport“ mit Waffen so teuer ist, dass ihn sich niemand mehr leisten kann und will – oder noch besser: Dass der private Besitz von Waffen verboten wird. Am Meißten wünsche ich mir natürlich, dass die Menschen das selbst einsehen, dass Waffen Tod bringende Instrumente sind, die einfach keiner im Privatleben braucht.

Waffen sind nicht normal. Waffen sind gemacht, um in letzter Konsequenz Andere zu töten – und deswegen gehören sie nicht in Privathaushalte, sondern nur in die geschulten Hände der Ordnungs- und Sicherheitsbehörden!

Heute wird in Erfurt der Ermordeten gedacht. Und ja, es war ein schwarzer Tag für Erfurt. Aber ich hätte mir eine andere Inschrift der Erinnerungs-Glocke gewünscht – eine die vielleicht positiver in die Zukunft lenkt, dass so ein Vorfall verhindert werden muss. Irgendwie so. Eine die mehr weisend als erdrückend ist. Dafür läuten Glocken auch – weil sie weisen wollen – und auch ihr Schall soll nach hallen. Mehr als jenes Knallen im April 2002.

Herzt eure Lieben und weist ihnen bitte den Weg, in eine gewaltfreie und wertschätzende Zukunft. Wir versuchen unser Bestes.

Birgit

(P.S.: Mein Mann hat diesen Post vorher gegen gelesen, weil es ihn persönlich betrifft. Er findet, ich gehe zu sanft mit den politisch Verantwortlichen ins Gefecht. Er empfindet nur Verachtung dafür, dass die wichtigen Chancen zu Gesetzesänderungen im Waffenrecht seit 15 Jahren ungenutzt sind! Verständlich, wenn man weiß, was er an diesem Tag sehen musste und er seither mit sich trägt.)

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Manche Dinge sind eben Herzenssache…

…ich gehöre zu den Frauen die zwei Mal schwanger waren und bei denen zwei Mal alles „gut gegangen“ ist. Sprich: Ich habe zwei gesunde Kinder an der Hand. Bei meinem zweiten Kind gab es eine fast 20 wöchige Phase, da sah es nicht so gut aus in der Schwangerschaft. Aufgrund mehrfacher Blutungen und insgesamt drei Krankenhausaufenthalten mussten wir uns zwangsläufig mit dem Thema Frühgeburt oder Sternenkind beschäftigen, das hatten uns die Ärzte und Hebammen empfohlen. Wir hatten viel Glück, dass wir uns nicht vertieft damit auseinander setzen mussten. Ich kann nicht nachempfinden wie es ist, wenn man ein Kind in der Schwangerschaft verliert oder tot gebären muss. Ich kann nur nachempfinden wie es ist, wenn man mehrere Wochen Angst um das Kind im Bauch hat – und allein das ist schrecklich. Ich bin dankbar, dass ich nicht nachempfinden kann, und es mir auch nicht ansatzweise vorstellen kann, wie es ist ein Kind zu verlieren.

Ich möchte euch heute einen Verein vorstellen, der sich dieser schweren Thematik des Verlustes angenommen hat. „Herzenssache – Nähen für Sternchen und Frühchen e.V.“ habe ich über Instagram entdeckt. Genauer über das Profil einer Näherin für diesen Verein auf Instagram. Nadine vom Wunderbluemchenblog postete ein Bild eines Abschiedsbootes. Weiterlesen

Zukunftsgespräch „Selbst bestimmt oder ständig getrieben“?

…unter dieser Fragestellung lud das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) am 23.03.2017 nach Berlin ins betahaus – ein Co-Workingspace und damit Arbeitsort einer Vielzahl digitaler Nomaden. Angekommen in Kreuzberg habe ich die Dimension des Co-Working Spaces zunächst bestaunt: Vier Etagen, überall Leben, überall Steckdosen und vielsprachiges Rauschen. Ein guter Ort für so eine Veranstaltung. Ich mag diese bunte und lebendige Art an Berlin sehr und habe mich gleich sehr wohl gefühlt und einfach alles auf mich wirken lassen bei einem Kaffee und natürlich das erste Mal gleich mein Smartphone geladen.

20170323_133224Die Veranstaltung startete mit fast 20 Minuten Verspätung – ok, kann man quasi noch fast aufs akademische Viertel schieben. Ich hatte einige Bloggerinnen entdeckt, die ich sonst eben nur vom Lesen verschiedener Blogs „kenne“ und auch einige Selbstständige, die ich bereits in der Gruppe „Mompreneurs“ auf Facebook wahrgenommen hatte. Insgesamt bot der Veranstaltungsraum noch mehr Platz, als Gäste in den Reihen saßen. Die Veranstaltung hatte zum Ziel die Bedürfnisse selbstständiger Eltern in den Blick zu nehmen. Dieser Ansatz war letztlich auch der Auslöser, dass ich mich aus Erfurt auf den Weg nach Berlin gemacht habe, auch wenn es erst 13.30 los ging und bis 18.30 dauern sollte. Ich bin ehrlich: Hätte es einen Live-Stream gegeben, wäre ich wohl daheim geblieben, und hätte mir die Bahnfahrt und vor allem die lange Rückfahrt (danke Baustellenfahrplan der DB) geschenkt. Weiterlesen

LandMarkt Erfurt – Biokiste im Test (Werbung)

(Werbung) „Bio“ ist ja so ein Thema – für die einen ist es teurer Hipster-Kram – für die anderen ein absolutes Muss in Sachen Nachhaltigkeit, Regionalität, Fairness und Geschmack. Im Sommer produzieren wir hier ja viel selst: Obst wächst an Bäumen und Sträuchern, Gemüse im Beet. Wir haben eigentlich den ganzen Winter über unsere eigenen Kartoffeln und Zwiebeln – und ein paar Hokaidos liegen auch noch im Vorratskeller (die essen aber Mann und Kinder nicht so gern…). Aber irgendwas braucht man halt immer. Frischer Salat geht im Winter eben nicht selbst anzubauen. Auch die „Mane“ vom Milchmädchen (Banane meint sie) wächst einfach nicht hier. Also muss das Futter angekarrt werden. Die Koordination zwischen uns Eltern läuft per WhattsApp und Zettelwirtschaft – um am Ende (meistens ich) doch die Hälfte zu vergessen.

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Christioph vom LandMarkt Erfurt mit der Biokiste

Es hat mich schon länger gereizt einen Einkaufsservice mal zu testen – die Kooperation mit dem LandMarkt Erfurt und der angebotenen Bio-Kiste ermöglichte mir das jetzt. Der LandMarkt bietet ca. 500 regelmäßig verfügbare Produkte an, die einmalig oder im regelmäßigen Abo besetllt werden können. Christoph erklärte mir dazu:

„Natürlich bieten wir saisonale, d.h. regionales Obst & Gemüse. Wir greifen aber nicht ausschließlich auf regionale Erzeuger zurück. Das würde die Auswahl stark einschränken – und wer möchte schon auf Zitrusfrüchte und den ein oder anderen Exoten verzichten? Auf der anderen Seite gibt es in Thüringen eine überschaubare Anzahl ökologisch produzierender Landwirte und Betriebe.

Mit unserer Genossenschaft wollen wir den im Ländervergleich abgeschlagenen Ökolandbau in Thüringen voranbringen. Hierfür bieten wir unter Anderem den Erzeugern eine Plattform zur Vermarktung ihrer Produkte und den Verbrauchern bringen wir die Vorteile ökologischer Landwirtschaft nahe und die Produkte gerne bis vor die Haustür. 😉 Es gibt noch viel zu tun, aber auch viel Unterstützung von Vereinen, Genossenschaftsmitgliedern und natürlich Kunden.“

Die Kiste kann man bequem und einfach übers Internet bestellen und sie verspricht frischen, saisonalen Bio-Genuss und Frische. Gesagt, getan, Termin vereinbart. Dafür gibt es ein Formular, wann man man beliefert werden möchte und das sogar hier in Salomonsborn, die Provinz bei Erfurt. Weiterlesen