Faireinbarkeit – was ich darunter verstehe #lovemyjob

Ich werde oft gefragt, wie ich das mit der Selbstständigkeit, meinen Kindern und meinen Hobbies organisiere, wie ich meinen Lebensunterhalt erwirtschafte (und den für meine Familie). Oder wann ich eigentlich schlafe. Letzteres hängt vor allem vom Milchmädchen ab 😉 und ist ein Thema, was mit dem Job nichts zu tun hat.

Selbstständigkeit als Frau & Neugründerin

Selbstständigkeit – das heißt in diesem Jahr 2017 bis heute bereits: 2 Messen als Ausstellerin, 7 Tagesweiterbildungen, 20 Vernetzungsevents, 2 Tagungen, 4 Coachings – macht zusammen 35 „Events“ ohne Bezahlung in 9 Monaten. Das sind 3,9 pro Monat. Dazu kommen 32 Blogbeiträge (aufgeteilt auf meine 3 Blogs Provinzmutti, Ideenspinnerei & FrauMachtPolitik) Das sind damit 3,5 pro Monat. Ich pflege alle Seiten in Eigenregie. Dann habe ich derzeit ein Dutzend AuftraggaberInnen verteilt durch Deutschland, für die ich ebenfalls an Tagungen und Workshops teilnehme oder sie umsetze in deren Auftrag. Die ich trainiere im Bereich Social Media, Projektmanagement oder Evaluation.
Zwei Kinder (gerade 2 & 4 Jahre alt) habe ich auch – nur Schlaf, den vermisse ich. Aber nicht weil ich zu viel (bezahlt und unbezahlt) arbeite, sondern weil das kleine Kind nachts noch regelmäßig stillt und irgendwie auch immer noch häufig munter wird. Das ist o.k. – sie ist klein. Also ich habe schon mal nicht zu wenig Schlaf aufgrund meiner Tätigkeiten. Einschlafen kann ich super – zack weg.

Ehrenamt, „Network“ & „Care-Work“

Zeit die in der Berechnung noch nicht mit drin ist: Ehrenamt im Elternbeirat (damit höre ich ab September auf), Unterstützung für die Kinderkiste Marbach-Salomé, meine kleine Facobookseite für mein Dorf Salomonsborn, und alle drei Monate poste ich für Erfurt bloggt auf der Facebookseite unseres BloggerInnennetzwerkes in Erfurt. Ich bin Admin in einer Stillgruppe (online) mit knapp 2000 aktiven Frauen, netzwerke online in Businessbezogenen Gruppen auf Facebook, habe derzeit zwei eigene Gruppen die ich pflege, drei Facbookseiten (je eine pro Blog) und natürlich auch 3 themenbezogene Twitter-Accounts (denen sieht man aber an, dass twittern nicht zu meinen Leidenschaften gehört – das ist ok – kurz fassen ist nicht mein Netzwerk 😉 )
Eine Obsession habe ich für Instagram – ich fotografiere einfach zu gern auf meinen Wegen quer durch Deutschland und hier in der Thüringer Provinz – es ist gut verschiedene Orte für alle Bilder zu haben.
Weisst du was: Ich LIEBE es – für mich bedeutet Erwerbsarbeit (die mir bestenfalls Spaß macht – was sie tut) auch die Freizeit zu erwirtschaften um all meine Herz-Projekte und Tätigkeiten umsetzen zu können. #lovemyjob ist heute Hashtag und Motto des Tages der Digitale Frauen Challenge auf Instagram – also irgendwie ist es ein längerer Beitrag zu meiner Auffasung von Leben und Arbeiten geworden – eigentlich wollte ich nur mal für mich durchzählen, wie viele Veranstaltungen ich im ersten Jahr doppelselbstständig als politische Beraterin und Ideenspinnerin nach zwei Kindern so besucht habe.

Faireinbarkeit

Teilweise kann ich die Tätigkeiten nur schwer voneinander trennen ABER die bezahlten Jobs aus der Selbstständigkeit müssen für mich so viel abwerfen (und deswegen bin ich auch nicht so billig 😉 ) um mich und meine Familie zu ernähren und ich möchte noch genug Freizeit für meine on- und offline Hobbys haben. Ich habe Fachwissen, und das kostet einen fairen Preis – ich bin im Dauerweiterbildungszustand – ausruhen auf Bestandswissen kenne ich nicht. Unter dem klassisch geschriebenen Begriff verstehen wir die Vereinbarkeit als zu vereinbarendes Zeitelement (oder Problem?) von Familie und Beruf.
Für mich muss das vor allem fair sein. Fair zwischen mir und meinem Mann, fair zwischen meinen Bedürfnissen, denen der Familie, meines Partners, der Kinder und meinen ehrenamtlichen Aktivitäten

Stichwort sinnstiftende Selbstverwirklichung

Neben dem was mir Geld bringt, habe ich so viel  voranzuschieben in Bereichen, die klassisch, kein Geld bringen. Ich halte sie dennoch für wichtig. Für die Gesellschaft und für mein Seelenheil. Ich habe dazu einige Dinge in meinem Leben angepasst. Wir leben in einem Gemeinschaftshaus, ich weiß, dass Oma und Opa noch als Bezugspersonen für die Kinder im Notfall da sind, wenn mein Mann und ich wirklich mal zur selben Zeit Termine haben. Das kommt selten vor, aber es mindert den Druck, es immer richtig abstimmen zu müssen. Mein Mann und ich teilen uns bei allen Aufgaben rein. Wir handeln regelrecht manchmal, denn einer meint immer mal, er müsse mehr machen als der andere. Dann sprechen wir drüber oder vereinbaren faire Zeiten für jeden und seine Hobbies (der Mann hat auch welche – aber alle im Real-Life). Meine Kinder werden betreut in der KiTa seit ihrem 13 Lebensmonat. Wir haben Vertrauen in die Personen und wenn wir merken die Kinder wollen nicht, na dann schauen wir halt wie es mal an den Tagen machbar ist wo bezahlt beruflich wenig zu tun ist, dann können sie daheim bleiben oder wie holen sie eher als üblich ab. Der Vierjährige genießt dazu seit einem Jahr immer mal 2-4 Tage Oma und Opa eine Stadt weiter. Wenn er möchte, und sie können, dann organisieren wir das.
Bis zu diesem Tag heute ist für mich ein 9to5Job nicht vorstellbar – ich habe gern 60 Stunden Wochen und Wochen, wo ich mein Leben in der Jogger lenke (ungekämmt, ungeschminkt, versteckt im Homeoffice ✌️ – so wie heute – mit Zeit und Muße zum Schreiben…) Ich bin seit 6 Jahren selbstständig – seit meinem Studienabschluss – für mich ist es der richtige Weg.

Manchmal muss man sich das einfach mal kurz vor Augen halten, wenn man sich fragt, wo eigentlich die ganze Zeit im Jahr hin ist. Und vorhin hatte ich so einen Moment und habe meinen Kalender gezückt und reflektiert was ich dieses Jahr bereits so „unternommen“ habe als „Unternehmerin“ im weitesten Sinne.

Bist du glücklich mit dem was du tust und was du dafür als „Brot-Lohn“ bekommst? Es es für dich fair? Ich bin gespannt.

Birgit

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