Der Erfurter Zoopark – Tiere top, Gastro und Extras flop

Wir leben quasi in Sichtweite vom Zoopark Erfurt.Wir können von unserem Berg den Hügel in der Ferne sehen wo die Affen leben und seit gut zwei Jahren auch die Elefanten. Da wir dieses Wochenende keine Lust hatten die dröflzigste Runde durch das Dorf zu tingeln und uns auch schon letztens aufgefallen war, dass die Kurze noch nie im „heimischen“ Zoo war, entschlossen wir uns kurzerhand punkt neun Uhr in den Zoo zu gehen um den Vormittag rum zu bringen (erfahrene Eltern wissen was ich meine, wenn ich das sage 😉 )

Da wir im Familienpass der Stadt Erfurt (übrigens eine mega Erfindung) noch den Zoo-Gutschein hatten, haben wir uns kurzerhand für mehrmalige Besuche im Zoo entschieden. Mit dem Familienpass kann man auswählen ob man ein Mal als Familie gratis geht, oder eine Familienjahreskarte zum halben Preis erwirbt. Wir sind drei Zahler (Kinder bis drei Jahre sind immer frei), eine Tages-Familienkarte kostet für uns 28 Euro, und damit lohnt sich die Investition in das (ermäßigte) Jahresticket zu 35 Euro (regulär 70 Euro) bereits ab dem zweiten Besuch in 12 Monaten (gezählt ab dem Tag des Erwerbs der Karte). Das finde ich fair und darum haben wir uns, jetzt wo die Kinder fast zwei und vier Jahre sind auch dafür entschieden. Jedes Familienmitglied bekommt eine eigene Karte mit Foto, das ging wirklich flott trotz ungeduldiger Kinder und die Damen am Einlass waren sehr nett.

Nach kurzem Aufenthalt bei den Flamingos haben wir uns für die Route Löwen, Bauernhof, Elefanten, Spielplatz und Mittagessen, Giraffen, Lamas, Nashörner und ab nach Hause entschieden. Den ganzen Zoo schafft man mit zwei Kleinkindern sowieso nicht an einem Vormittag, wie wollen ja auch wieder kommen. Weil wir früh da waren hatten wir keinen Trubel, es war wirklich recht leer trotz fabelhaftem Wetter. Wir waren nahezu die Einzigen im Löwenhaus, definitiv die Einzigen bei den Elefanten und kamen dann so gegen 10.30 am Spielplatz an. Die ersten BesucherInnen hatten die andere Route den Berg hoch genommen und so waren hier dann auch weitere BesucherInnen. Und wie das so ist: Überall wo diese elektrischen Fahrzeuge herumstehen kommen Kinder in Versuchung auch einen blöden Euro hineinzustecken. Andere Eltern warnten bereits, das sei beim letzten Besuch schon nicht gegangen, ein anderes Kind war allerdings kurz zuvor gefahren, also volles Risiko, rein den Euro und alles verloren. Gut, nur ein Euro, weit und breit kein Personal, dass dies interessiert und die Erkenntnis: Die Geräte werden nicht vom Zoo betrieben, also Euro futsch. Dem Zoo hätte ich den Euro sogar gern als Spende geschenkt. Die traurigen Kinder also schnell mit dem Wasserspielplatz abgelenkt. Blöd nur, dass die Pumpe dort defekt ist und Wasser pumpen nur in einem Winkel von weniger als 15 Grad geht – ein Witz also. Auch hier erfuhren wir, dass bereits befreundete Eltern das Zoopersonal darauf aufmerksam gemacht hatten und die Antwort war: „Das liegt am Wasserdruck.“ …nein, das liegt an einer falsch eingestellten Pumpe, die für Kinder an einem KINDERWASSERSPIELPLATZ unbedienbar ist. Als Erwachsene müht man sich bereits redlich ab. Der zu Deko-Zwecken angelegte Tümpel, aber dennoch in Laufweite des nur teilweise funktionierenden Wasserspielplatzes, is -t logisch – für Kinder verboten. Der Tümpel vor dem Bistro im Zoo, ist jedoch theoretisch so angelegt, dass jedes Kind rein laufen kann, direkt neben einem Wasserspielplatz eher suboptimal.

Das Bistro war dann der Oberknaller und ich erinnerte mich, warum mein letzter Besuch im Zoo knapp zwei Jahre her ist: Im Bistro angekommen mit quängelnden weil hungrigen Kindern steht eine Giraffe im Eingangsbereich, dem Trigger-und-Lock-Bereich für Hungrige und die, die noch keinen Hunger haben. Logisch, diese Giraffe darf nicht berührt werden, sie ist weder abgegrenzt oder abgesperrt und man müht sich die Kinder, die einfach dieses Vieh kuscheln wollen, davon fernzuhalten. Memo an das Bistro: Kinder (und vor allem Eltern) brauchen „Ja-Umgebungen“ – das geht auch in einem Bistro. Der andere Elternteil wurde mit der Futterbeschaffung beauftragt. Ok – für einen einmaligen Besuch ist es ok für eine Currywurst mit Pommes 5,60 Euro auf den Tisch zu legen. Was aber nicht geht, ist das „Kinderessen“. Da gibt es so eine Art Kindertüte wie im Restaurant zum goldenen M, nur kostet diese sechs Euro irgendwas und besteht aus einer Portion Pommes mit drei (in Zahlen 3!) Chicken-Nuggets, einem Trinkpäckchen und irgend einem Spielzeug, Lolli und Luftballon. Macht für eine Essen für vier Leute 25 Euro. Wenn es einen Hauch von Service-Denken gäbe, würden DauerkartenbesitzerInnen irgend eine Form von Rabatt bekommen. Und wenn es weiterhin Service-Denken gäbe, dann wäre die Gastro-Fläche zum Verzehr ordentlich und geputzt an einem Sonntagvormittag gegen elf Uhr. Überall lagen Zigarettenstumpel (bei fehlenden Mülleimern oder Aschern – ich bin die Letzte, die das Weschmeißen von Müll oder Kippen befüwortet, aber es gibt schlicht keine Ascher und viel zu wenig Mülleimer, das betrifft aber den ganzen Zoo..) kurz: Der Essplatz war so unsauber, wie man ihn zum Beispiel im Restaurant zum goldenen M nie vorfinden würde. Mal abgesehen davon, dass ein Happy-Meal in der Regel mehr Inhalt hat, günstiger ist, die Toiletten sauberer sind und die Spielplätze eigentlich immer tiptop und die Umgebung per se kinderfreundlich ist. Sorry lieber Zoo Erfurt: Ich weiß eure Einnahmen bleiben aus, wir können uns gern mal auf ein Gespräch treffen, denn ich hätte eine handvoll Vorschläge, wie ihr familienfreundlicher werden könntet. (Ob das Bistro dem Zoo gehört weiß ich nicht, aber ihr,lieber Zoo Erfurt habt sicherlich ein Interesse daran, dass dort Familien und BesucherInnen im Allgemeinen ein gewisser Service geboten wird, denn daran hängen ja auch eure Zahlen. Etwas gesünderes Essen, also ein bisschen mehr Vielfalt zur stino Frittierware wäre auch mega…)

Die Pumpe vom Spielplatz sollte zudem mit wenig Geld kinderfreundlich repariert sein können.

Da wir ja nun DauerkartenbesitzerInnen sind und sowieso noch nicht alles gesehen haben werden wir wiederkommen. Was wir nicht mehr nutzen werden: Das kinderunfreundliche und teure Bistro sowie die Fahrzeuge, weil ich lieber dem Zoo Geld spende, als mich über traurige Kinder aufgrund nicht funktionierender und Euro-fressender Fahrzeuge zu ärgern – meinetwegen könnt ihr die Dinger abschaffen, da ihr ja sowieso davon nicht profitiert. (Oder doch?) Der Spielplatz oben umgeben von den vielen Tieren ist eigentlich auch ohne den Klingelquark sehr angenehm und bietet für alle Alterrstufen einen Bereich zum Erkunden.

Fazit: Die Kinder hatten Spaß, der Vormittag ging rum aber Qualität und Service geht definitiv anders.

Also lieber Zoo Erfurt: Wann setzen wir uns zusammen?

Wie sehen das eigentlich andere Eltern, die schon mal im Zoo Erfurt waren? Wie gesagt; die Tiere, deren Anlagen und im Großen und Ganzen das Personal sind top – aber bestimmte Dinge, das sehe ich so, gehen einfach nicht und sind in meinen Augen absolut familienunfreundlich.

Liebe Grüße,

Birgit

Kleine Bildreihe – denn die Kinder sind ja nur halb so kritisch wie wir Eltern, aber wir entscheiden eben, ob wir wieder kommen 😉

 

Übrigens: Draußen stand dann glücklicherweise noch ein Eismann, drinnen war uns das  Eis nach dem Mittag auch leicht zu teuer für vier Personen.

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3 Gedanken zu “Der Erfurter Zoopark – Tiere top, Gastro und Extras flop

  1. Hallo! Interessant, den Text zu lesen. Wir sind als Familie sehr oft da und schätzen den Zoo, gerade was die Wege, die Tiere und insgesamt die Familienfreundlichkeit anbelangt.
    Tipp eines Dauerbesuchers: Bistro rechts liegen lassen und weiter gerade aus gehen. 20 m entfernt (quasi den Berg Richtung Stadt) gibt’s das richtige Restaurant. Mit richtigem, den normalen Standards angepassten Essen (Salat, Schnitzel, Fisch, etc.) in gutem Preis-Leistungsverhältnis.
    Was ich mich frage: hast Du einen Link deines Textes denn auch an den Zoo geschickt? Dein Gesprächsabgebot wird dort sicher gern angenommen, kann ich mir vorstellen, nur gehört werden müsste es ja dafür auch 😉
    Es nützt sicher viel mehr, wenn man miteinander, statt übereinander redet.

    Gruß
    MB

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    1. Hallo und danke für die Einschätzung aus Dauerbesuchersicht und noch viel mehr für den Tipp – werden wir (Da wir ja jetzt auch Dauerkarten haben) gleich beim nächsten Mal austesten 😊.
      Ich hatte den Zoo über FB kontaktiert und markiert, aber ohne Reaktion bisher. Ich sollte vielleicht wirklich noch einmal eine Mail senden.
      Bisher habe ich – leider – mehr mir zustimmende Antworten oder persönliche Nachrichten erhalten. Und wie gesagt: Die Tiere und Anlagen, das finden wir auch alles super – bis auf die von mir benannten Dinge.
      Einen schönen Sonntag noch😊 Birgit

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